Röntgenbilder

Röntgen beim Kieferorthopäden? Ist das nötig?

Röntgenaufnahmen sind für die Diagnose unerlässlich. Nur so können individuelle Fehlstellungen vermessen und der kieferorthopädische Behandlungsplan optimal erstellt werden.

Durch das Röntgen des Kiefers erhält der behandelnde Kieferorthopäde Aufschluss über den knöchernen Aufbau des Gesichtsschädels, die Wachstumsrichtung der Kiefer oder auch Entzündungen im Kiefer.

Für die Durchführung einer individuellen, kieferorthopädischen Behandlungsplanung, sind daher zum Diagnostiktermin zwei Röntgenaufnahmen nötig. In unserer Kfo-Praxis in Hamburg werden die Aufnahmen mit Aufnahmen mit hoch auflösenden digitalen Kameras erstellt.

Im Rahmen der Röntgendiagnostik setzen Kieferorthopäden und Zahnärzte zwei verschiedene Techniken ein:

  • Fernröntgenseitenbild (FRS): seitliche Röntgenaufnahme der Zähne und Kiefer
  • Panoramaaufnahme (auch Orthopantomogramm (OPG) genannt): Röntgenbild der gesamten Zähne im Ober- und Unterkiefer

Die Röntgentechniken, die im Rahmen der Diagnostik eingesetzt werden, im Detail:

1. Fernröntgenseitenbild (FRS)

Fernröntgenbild (FRS) beim Kieferorthopäden
Fernröntgenseitenbild (FRS): seitliche Röntgenprofilaufnahme des Kopfes

Das Fernröntgenseitenbild (FRS) ist eine seitliche Röntgenaufnahme des Kopfes. Das Röntgenbild gibt Informationen über den Verlauf des Gesichtsprofils, die Lage des Ober- und Unterkiefers relativ zur Schädelbasis sowie die Stellung der Zähne im Ober- und Unterkiefer.

Ein Fernröntgenseitenbild dient somit der Analyse des Wachstumsmusters des Gesichtsschädels. Es erfolgt die Feststellung eines

  • vertikalen Wachstumsmusters
  • horizontalen Wachstumsmusters
  • neutrales Wachstumsmusters
  • progenen Wachstumsmusters (Unterkiefer steht zu weit vorne)
  • retrognathes Wachstumsmusters (Unterkiefer steht zu weit hinten)

Während des gesamten Wachstums – besonders in der Zeit des Wechselgebisses – gibt dieses spezielle Röntgenbild Hinweise auf den knöchernen Aufbau des Gesichtsschädels sowie die Richtung des Schädel- und Gesichtswachstums.

Diese Röntgenaufnahme wird vor allem bei der Planung und Überwachung einer kieferorthopädischen Behandlung benötigt. Die digitale Übertragung der anatomischen Strukturen in ein Analyseprogramm und deren Auswertung gibt wertvolle Hinweise für die Möglichkeiten zur Planung einer kieferorthopädischen/kieferchirurgischen Behandlung. Die Informationen des Röntgenbildes sind entscheidend bei der Auswahl des richtigen Behandlungsgerätes passend zum Wachstumsmuster wie zum Beispiel:

  • herausnehmbare Zahnspangen wie aktive Platten oder durchsichtige Zahnschienen (Aligner) und funktionelle Geräte zur Kieferumstellung oder
  • feste Zahnspangen, so genannte Mulitbracketapparaturen

 2. Panorama-Übersichtsaufnahme oder auch Orthopantomogramm (OPG)

Die Panoramaaufnahme ist eine Übersichtsaufnahme der Zähne und der Kiefer. Sie zeigt

  • den Stand des Zahnwechsels
  • die Zahnanlagen im Kiefer
  • Fehlbildungen der Zähne
  • den Zustand der Zahnwurzeln und
  • den Zustand des Zahnhalteapparates (Parodont)
  • Entzündungen von Zahnwurzeln und im Kiefer

Das Panorama-Röntgenbild gibt dem Zahnarzt und Kieferorthopäden die erforderlichen Informationen über die Anlage und Lage von Zähnen sowie den Entwicklungsstand der Wurzelbildung. Hier können auch rechtzeitig besondere Befunde wie Nichtanlage von Zähnen, überzählige Zähne, falsch liegende Zähne, Verlagerung und im Kieferknochen verbleibende Zähne (Retentionen) entdeckt werden.

 

Panorama-Röntgenbild erstellt beim Kieferorthopäden
Panorama-Röntgenbild mit Darstellung des erwachsenen Gebisses

Diese Aufnahmen werden während der Behandlung wiederholt, um z.B. den Zahnwechsel zu kontrollieren, die Zahnachsenstellung zu überprüfen und Veränderungen am Zahnhalteapparat und der Zahnwurzel zu sehen.

Diese Aufnahmen werden während der Behandlung wiederholt, um z.B.

  • den Zahnwechsel zu kontrollieren
  • die Zahnachsenstellung zu überprüfen
  • Veränderungen am Zahnhalteapparat und der Zahnwurzel zu sehen
  • Lage verlagerter Zahnanlagen zu sehen
Panorama-Röntgenbild mit Weisheitszähnen (Kfo)
Panorama-Röntgenbild mit Darstellung des frühen Wechselgebisses, Anlagen aller vier Weisheitszähne sind sichtbar

Wechselgebiss

Im Oberkiefer und im Unterkiefer sind seitlich unterhalb der Milchzähne die Anlagen der bleibenden Zähne sichtbar. Die bleibenden Frontzähne und großen Backenzähne sind schon ausgetauscht.

 

 

 

 

Panorama-Röntgenbild (spätes Wechselgebiss) von der Kfo Praxis Hamburg Hamm erstellt
Panorama-Röntgenbild (spätes Wechselgebiss): fast abgeschlossener Zahnwechsel, Anlage aller vier Weisheitszähne sind sichtbar

Spätes Wechselgebiss

Das Stadium des späten Wechselgebisses (s. Panoramaröntgenaufnahme) ist Voraussetzung für die Einstufung in das KIG-System. Erst dann kann über einen Leistungsanspruch gegenüber der Krankenkasse entschieden werden. (Ausnahme: „frühe Behandlung und Frühbehandlung) Mehr dazu unter „Was zahlt die Krankenkasse?“

 

 

Digitale Röntgenaufnahmen in der Kieferorthopädie-Praxis

Unserer Praxis Kfo am Hammerpark in Hamburg-Hamm steht eine digitale Röntgenanlage zur Verfügung. Diese Anlage gewährleistet  kürzere Wartezeiten beim Röntgen und eine niedrigere Strahlenbelastung. Beim digitalen Panorama-Röntgen kann eine Verringerung der Belastung durch Röntgenstrahlen gegenüber älteren filmbasierten Geräten  von bis zu 50%, beim digitalen Fernröntgen sogar von bis zu 70% erreicht werden.